BASSAMOLUFF

                               Preis für politische Schönheit

 

 Der Bassamoluff-Preis 2019 wurde am 5. Mai auf dem Zukunftsfestival verliehen.

 

Bassamoluff“ ist die badisch-alemannische Aufforderung, aufzupassen, zuzuhören und einzugreifen.

Politisch“ sind die Dinge, die – nach dem ursprünglichen Sinn – die Stadt, das Gemeinwesen betreffen.

Und Schönheit erzeugt einen besonders angenehmen Eindruck.

Dieser Preis wird jährlich an Menschen in unserer Region verliehen, deren Leben unser Gemeinwesen schöner und enkeltauglicher gemacht hat.

 

Die folgenden Menschen wurden nominiert und am 5. Mai 2019 mit einer Urkunde ausgezeichnet. 

Die Ehre liegt - wie beim Oscar -  in der Nominierung!

Ein Vorschlag unter diesen Nominierten wurde vom GFB schließlich besonders ausgewählt:

Enya und Anika

 

Die Nominierten sind:

Renate Schwarz

 (immer da, wenn man sie braucht)

Stadträtin in Lichtenau und Ortschaftsrätin  in Muckenschopf - beides seit 1989

Kreisrätin

Stell. Vorsitzende Hoftheater Scherzheim e.V.

Engagement im 

- Flüchtlingshelferkreis Lichtenau

- Integrationsnetzwerk „Neue Heimat“, Landkreis Rastatt:

Engagement für andere ist mir ein großes Anliegen. Es macht Freude und bereichert das Leben!

Gerne setze ich mich ein für die Belange der Bürgerinnen und Bürger, unserer Stadt Lichtenau und unserer Region.

 Enya Espiritu und Anika Maur

 sind Schülerinnen der Bachschloss-Schule Bühl, und seit März 2017 ausgebildete "Botschafter für Klimagerechtigkeit" der Kinder-und Jugendinitiative "Plant for the Planet":
Wir halten Vorträge vor Kindern und Erwachsenen über "Die Klimakrise- und wie wir eigenverantwortlich unsere Welt mitgestalten können.

 Josua Straß

(Buchhändler)

fotografiert von Nathalie Dautel

Das Präsentieren von Texten und Literatur begleiten Josua Straß in Beruf und Hobby von der Schulzeit an; er war auf der Bühne und in der Regie an zahlreichen Umsetzungen von Theaterstücken beteiligt. Und auch der Einsatz für Natur und Umwelt liegt ihm am Herzen; er erhielt Ende der 90er den Baden-Badener Umweltpreis und hat inzwischen ein eigenes Nistschutzprojekt für bedrohte Eulen ins Leben gerufen. 

 Astrid & Gerold Weber (Solartechnik). 

Als Gerold und Astrid Weber 1996 ihr Unternehmen gegründet haben, geschah dies aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Sie waren sich ganz sicher: Die Zukunft des Menschen liegt darin, dass er in Einklang mit der Natur und mit Respekt vor seiner Umwelt lebt. 

Die beiden Webers setzen sich für nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen ein - nicht nur hier - auch im Tschad, wo sie auf einem Krankenhaus eine thermische Solaranlage und Fotovoltaik installiert haben.

Sie sammeln alte Handys um die Rohstoffe zu retten und gebrauchte CDs, die in den Ruperti-Werkstätten recycelt werden. 

 Horst Jochim

(Spielmobil)

Seit über 25 Jahren bringt das Spielmobil Freude, Spaß, Bewegung, Schwung und viel gute Stimmung zu vielen Events.

Es ist ein Erlebnis, den Kindern zuzusehen, wie sie ihren Körper wieder entdecken, wenn sie auf den Matten hüpfen, balancieren oder durch Röhren klettern. Man versteht, dass Horst Jochim Freude daran hat, Kinder wieder zu Kindern werden zu lassen. Weg mit dem Handy und Tablet, rein ins Spielmobil.

Helga Spriestersbach

 (Flüchtlingshilfe)

engagiert sich seit November 2015 für die Flüchtlinge in Baden-Baden. Sie versucht ihnen zu erklären, wie unsere Sprache funktioniert und wie wir Deutschen so ticken. Das ist alles andere als einfach und zieht sich in die Länge. Doch im Laufe dieser Jahre wurden aus vielen Schülern enge Freunde, die Teil ihres Lebens geworden sind, auf die sie zählen kann und die sie nicht mehr missen möchte. 

Peter Griebl
(höchster Umweltschützer)

ist unser Windrad-Pionier. Er hat den ersten (in Baden-Württemberg) und höchsten Windpark (in Deutschland) auf der Hornisgrinde im Schwarzwald gegründet. Sein Sohn Matthias führt ihn weiter. Peter Griebl fährt mit dem Rad von Salzburg nach Venedig und kümmert sich nicht nur um die Regenerativen Energien in Mittelbaden (für die hat er einen Verein gegründet: REM), auch um strahlenkranke Kinder aus Tschernobyl, besorgt Lebensmittel für die Ukraine und ist überall dabei, wo man Hilfe braucht. Und hat es dabei auch privat nicht leicht. Sein "Trotzdem" macht auch anderen Mut.

Georg Schmälzle

(Biogärtner)

arbeitet seit 37 Jahren im biologischen Gemüsebau und gilt  in der Region als Pionier. Seit 1987 verkauft er schon seine Biogemüse auf Wochenmärkten in Rastatt und Karlsruhe. Er baute als erster, im Jahre 1989 in Deutschland kommerziell Hokkaido-Kürbisse an, deren Anbau sich dann in ganz Deutschland verbreitete.  Die Biokiste liefert er schon seit 1994 frei Haus in Privathaushalte aus, davon mehrere Jahre in Karlsruhe mit dem Fahrrad. Seit diesem Jahr kam ein Lieferwagen dazu, der mit Biogas betrieben wird. Seit 2010 vermehrt er aktiv Wildbienen auf seinen blühenden Kleewiesen. Er ist ein Kritiker von konventionellem Anbau und seinen extremen Auswirkungen hier in der Region, wie Bienensterben,  PFC in Papierschlamm-Kompost, Rückständen in Beerenobst usw. 

 Stephan Engel

(Aktiv für vielfältige Kultur- und Naturlandschaften)

Diplombiologe, Umweltbeauftragter in Achern, engagiert für den Schutz von Natur und Landschaft – als Basis unserer Lebensgrundlagen.

Schon Mitte der 80er Jahre hat er in der Lüneburger Heide die Auswirkungen der Stickstoffeinflüsse aus der Landwirtschaft und dem Verkehr auf das Ökosystem „Heide“ untersucht und bereits damals negative Veränderungen festgestellt. Doch nicht nur beruflich setzt er sich für den Schutz von Biotopen, deren Vernetzung und Artenvielfalt ein, er berät auch interessierte Menschen und liefert Ideen zur Förderung der Biodiversität in Gärten und freier Flur und greift auf Streuobstwiesen auch selbst zu Astsäge und  Schere. Bei Verstößen scheut er sich auch nicht die Einhaltung geltender Rechte einzufordern.

Trotz  vieler Stolpersteine kämpft er unermüdlich für die Erhaltung und Verbesserung der Natur zum Wohle der künftigen Generationen!

  

Michael Bollinger

(Hoftheater Scherzheim)

Mitglied des Ortschaftsrates Rebland und des Gemeinderates Baden-Baden, tätig in vier Ausschüssen - Jugendhilfe, Schulen, Kultur und Weinbau und Landwirtschaft.

Er ist von Beruf Journalist, sein Hobby: Gärtnern - und das mit Leidenschaft, vor allem für die scharfe Schote. Er ist ein Mensch, der nicht wegwirft, sondern repariert - und hauptsächlich ist er Intendant des Hoftheaters Scherzheim, wo er ehrenamtlich die Spielpläne gestaltet, dank seiner Verbindungen aus SWR-Zeiten hochkarätige Kabarettisten verpflichtet, ins Programm einführt und - nicht zuletzt - den Obatzten für die köstlichen Pausenbrezeln selbst zubereitet. 

Ralph Neininger

(ADFC)

Der Mann mit der Lizenz zum Radeln. Kämpft für einen radtauglichen Übergang über den Rhein, sorgt für sicherheitstaugliche Codierung  von Fahrrädern und kümmert sich um Radtouren mit liebenswerten Menschen innerhalb und außerhalb der Region. Trotz der Verhinderungspolitik in einigen Rathäusern und den unglaubliche Geduld einfordernden rudimentären Fortschritten lässt sich der Nominierte seine Zuversicht und Fröhlichkeit nicht nehmen, weil er sich um das einzige Verkehrsmittel kümmert, das unbegrenzt zukunftsfähig ist, in seinen CO2-Werten überschaubar, in seiner Feinstaubbelastung enkeltauglich und in seiner Gesundheitswirkung einzigartig.

 Christiane Schneider

(BI gegen Ostumgehung)

Sie ist zusammen mit Roman Schmieder die Sprecherin der Bürgerbewegung Schiftung, die zusammen mit Martin Klatt vom NABU den Widerstand gegen die geplante sogenannte Ost-Anbindung des Baden-Airparks an die Autobahn A5 organisiert. Die Alternative ist die sogenannte Nord-Anbindung. Die Umgehungsstraße würde das Naturschutzgebiet verschonen und zudem Hügelsheim entlasten. 

Carola Janssen-Drexler

(MüZe)

Das Mütterzentrum Känguru ist ein Treffpunkt für Familien in unterschiedlichsten Lebenssituationen. Hier werden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht, Aktivitäten geplant.

Seit 1991 ist Carola Janssen-Drexler Vorsitzende  des Müze. Seither hat sie sich um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Vereins gekümmert. Ein Familien-Café als lebendiger Treffpunkt, eine Kita mit zwei Gruppen sind durch ihr unermüdliches Engagement entstanden. Aus dem kleinen Verein ist ein Unternehmen mit 8 Arbeitsplätzen entstanden.

Darüber hinaus hat sie sich für die Erweiterung der Öffnungszeiten in den Kindergärten eingesetzt und war Mitglied in der Spielplatzkommission der Stadt Baden-Baden.