Hendrik von Riewel

Wer ist Hendrik von Riewel?

Hendrik von Riewel ist Förster und wurde 1978 in Hamburg geboren. Er studierte Forstwissenschaften in Freiburg (1999 bis 2005) und absolvierte sein Forst-Referendariat in Thüringen (2005 bis 2007). Nach einer viermonatigen Wanderpause auf dem Jakobsweg ist er seitdem selbstständig.

Als Projektleiter ökologischer Freiwilligen-Einsätze (beim Bergwaldprojekt e.V.  www.bergwaldprojekt.de), Wald-Auditor, Holzrücker mit Pferden und Waldpädagoge interessieren ihn von Anfang an die ökologischen Themen rund um den Wald…und die Frage, wie wir die immer weiter voranschreitende Zerstörung dieses für uns so wichtigen Lebensraumes aufhalten können.        

 

 

Wann, wo und warum spricht Hendrik von Riewel und was kostet das Zuhören?


Am Samstag, 5. Mai 2018 um 17 Uhr, moderiert Hendrik von Riewel im
Glashaus die Podiumsdiskussion zum Thema:
Natur in Gefahr - brauchen wir eine neue Sicht auf die Welt?

Mit dem Erwerb der Tageskarte ist der freie Eintritt zur Podiumsdiskussion mit Hendrik von Riewel enthalten.

Neue und alte Erkenntnisse aus unterschiedlichsten Wissensgebieten (wie z.B. der Quanten-Physik) legen uns eine neue Sicht auf die Wirklichkeit unserer Welt nahe, und damit auf unser Verhältnis zu Mitmensch und Umwelt. Eine Wirklichkeit in der sich Natur als komplexes, unendlich vernetztes und kreatives Wunder darstellt. Dies führt zu einer respektvollen Sicht auf alles Lebendige, zu der Einsicht nur in Verbundenheit mit unserer Umwelt überleben zu können und damit weg von dem Glauben einer vollständigen Beherrschbarkeit unserer Welt. Kann diese neue Welt- und Menschensicht die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen stoppen? Was bringt diese neue Sicht mit sich und wie verwirklichen wir sie?


Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellen sich mit Ihren unterschiedlichen Hintergründen diesen Fragen und zeigen Beispiele auf, wo ein Umdenken bereits stattfindet.

 

Hendrik v. Riewel arbeitet seit ca. 9 Jahren für die Umweltschutzorganisation Bergwaldprojekt e.V. (www.bergwaldprojekt.de). Der Verein engagiert sich für den Erhalt und die Pflege unserer Waldökosysteme und organisiert dafür Freiwilligen-Einsätze, in denen eine Woche zum Wohle von Wald und Natur gearbeitet wird.

 

Dr. Lutz Fähser ist Förster und ehemaliger Leiter des Stadtforstamtes Lübeck. Er hat mit seinen Mitarbeitern ein ökologisches Waldkonzept umgesetzt, dass heute von führenden Umweltschutzorganisationen als zukunftsfähig angesehen wird.

 

Weitere Überraschungsgäste werden das Podium mit ihren eigenen Ansichten bereichern

 

mehr Infos:

www.bergwaldprojekt.de


Interview mit Hendrik von Riewel.


1. Vom Wald sterbender 80erJahre des letzten Jahrhunderts redet niemand mehr. Geht es dem Wald heute besser?
Antwort: Leider nein. Sonderlich gut geht es ihm heute immer noch nicht. Wesentliche Schadfaktoren, die dem Wald heute zusetzen sind z.B. Stress durch Klimawandel (vor allem Trockenheit), menschliche Stickstoff- und andere Schadstoffeinträge.

 

2. Hat man es heute als Waldpädagoge leichter oder schwerer als vor 30 Jahren? Wie sehen Ihre persönlichen Erfahrungen aus?
Antwort: Es gibt nach meiner Einschätzung ein großes Interesse an naturbezogenen Bildungsangeboten. Wir treffen in unserer Gesellschaft auf größer werdende Lücken hinsichtlich Naturbezug, Naturkenntnis etc. und gleichzeitig auf einen großen Wunsch nach kraftvollen Naturerlebnissen und einer Rückbesinnung auf die Natur. Schwierig bleibt oft die Finanzierung waldpädagogischer Projekte.

 

3. Welche der vom Bergwaldprojekt ausgeführten Arbeiten ist Ihrer Meinung nach die effektivste – und warum?
Antwort: Jede Arbeit hat ihren ganz eigenen Wert. Moorrenaturierung holt uns diesen faszinierenden Lebensraum zurück und liefert ein enormes Potential als Kohlenstoffdioxidsenke. Pflanzung begründet die naturnahen Wälder von Morgen. Die Waldpflege stellt die Weichen für artenreiche, gesunde, wertvolle und naturnahe Wälder der Zukunft.

 

4. Sie leiten auf dem Zukunftsfestival eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Natur in Gefahr – brauchen wir eine neue Sicht auf die Welt“ – Brauchen wir das? Und wie sieht diese aus?
Antwort: Ich glaube ja. Die Art, wie wir unsere Welt betrachteten, ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt in allen Umweltdebatten und wahrscheinlich darüber hinaus. Was ist Kultur, was ist Natur und wo steht der Mensch im Bezug dazu? Ist die Welt endgültig erklär- und beherrschbar oder nicht? Diese Fragen setzten mehr bei den Wurzeln an, als sich im Streit ums Detail zu verlieren. Und wie eine solche neue Sicht aussieht? Näher am Puls der Natur, hoffe ich. Wir brauchen kreative Experimentierfelder, in denen durch den Diskurs von möglichst vielen Menschen eine solche neue Sicht entsteht.

 

5. Welche Bergwaldregion ist für Sie die liebenswerteste und nachhaltigste – und warum?
Antwort: Meine liebste Bergwaldregion sind die Alpen. In ihnen liegt für mich Urgewalt und meditative Stille. Sie lassen mich erahnen von welch wunderbarem großen Ganzen ich ein Teil bin. Die Bergwälder zeigen mir sehr unmittelbar meine Abhängigkeit von Mutter Natur. Welche Region die nachhaltigste ist? - Ich freue mich persönlich sehr über die vielerorts entstandenen Nationalparks und über die tolle Arbeit von Förstern, die ich dort antreffe.

 

6. Was wollen Sie mit Ihrer Podiumsdiskussion auf dem Zukunftsfestival 2018 am 5. und 6. Mai in Bühl erreichen?
Antwort: Ich hoffe, dass es genau zu dem oben genannten Diskurs vieler Menschen kommt. Wir brauchen eine neue Sicht auf die Welt, die alten, ausgetretenen Pfade funktionieren zunehmend nicht mehr. Ich möchte zum Denken anregen und die Lust wecken diese neuen Wege gemeinsam zu finden und auszuprobieren.