Eberhard Rudert

Wer ist Eberhard Rudert ?
Eberhard Rudert betreibt im benachbarten Elsass das Ingenieur-Büro HELIOVOLT, dort werden Energiekonzepte erstellt, Lösungen für spezielle meist energiebezogene Probleme gesucht und gefunden, sowie deren Rentabilität und ökologische Sinnhaftigkeit nachgewiesen. Aus seiner internationalen Erfahrung von mehr als 30 Jahren in der Branche der Energie-Erzeugung verschiedenster Technologien seien nur Photovoltaik und Biomasse erwähnt, und hier speziell verschiedene Techniken wie Pelletierung von Stroh, Heu und anderer Biomasse sowie Pyrolyse zur Pflanzenkohleherstellung und Gaserzeugung aus diesen meist „Reststoffen“.


Wann, wo und warum spricht Eberhard Rudert und was kostet das Zuhören ?
Eberhard Rudert betreut (gemeinsam mit Friedrich Kropp) die Informationsveranstaltung „Brennpunkt PFC“ am 5. Mai um 18 Uhr auf dem Zukunftsfestival.

Hier stellt er vor, wie das PFC mit Pflanzenkohle im Boden gebunden und dadurch das Vordringen dieses Giftstoffes ins Grundwasser aufgehalten werden soll - bis zu einer endgültigen Lösung.
Dazu laufen Forschungsarbeiten in Freiburg, die die Wirkung und ökonomische Machbarkeit nachweisen sollen. Die dazu notwendigen Rohstoffe sollen möglichst aus der Region kommen, und für das Wohl der Region eingesetzt werden . Dazu ist die Zusammenarbeit mit betroffenen Bauern und öffentlichen Trägern Voraussetzung.
Das Zuhören kostet die Geduld und die Zeit, ihm 10 Minuten zuzuhören.
Die Teilnahme an diesem und allen anderen Vorträgen ist im Eintrittspreis zum Zukunftsfestival enthalten (Tageskarte 5 €, Zweitageskarte 8 €).

Mehr Info:

www.heliovolt.de


Interview mit Eberhard Rudert.
Eberhard Rudert ist Diplom-Ingenieur Elektrotechnik mit dem Spezialgebiet Energieproduktion und Kraftwerke. Er hat viele Jahre bei Siemens gearbeitet und sich im Jahr 2002 mit seinem Planungsburo für erneuerbare Energien „Heliovolt“ im Elsass selbstständig gemacht: Heute bietet sein Büro die vollständige Palette der Erneuerbaren Energien an. Unterstützt wird das Büro in seiner grenzüberschreitenden Arbeit durch das Übersetzungsbüro Bastian (www.bastian-trad.eu) bei Förderanträgen und technischen Erläuterungen.

 

1. Frage: Sie haben die Arbeit der Großindustrie weltweit vor Ort begleitet. Was war der Hauptgrund für Ihre Entscheidung, sich selbstständig zu machen?
Antwort: Da ich in dieser Zeit bereits mit Solarstrom gearbeitet hatte und feststellte, dass diese Energie unerschöpflich ist und weder Lärm noch Abgase oder andere Schadstoffe freisetzt, wollte ich dazu beitragen, Solarenergie für jeden zur Verfügung zu stellen.

 

2. Sie haben ein preisgekröntes Indachmontagesystem für Solaranlagen entwickelt. Worin besteht der Hauptvorteil gegenüber traditionellen Solaranlagen?
Antwort: Es ersetzt die bestehenden Dachziegel, kann in kleinem oder größerem Maßstab angewendet werden und bringt einen ästhetischen Gewinn. Da die Anlage nicht mehr über den bestehenden Dachziegeln herausragt, dichtet sie das Dach komplett ab. Natürlich können alle Standard-Solarmodule damit verbaut werden.

 

3. Ihr zweites Standbein ist eine mobile Pelletierungsanlage, mit der Sie den Rohstoff für die Erzeugung von Pflanzenkohle herstellen. Damit wollen Sie einen Beitrag zur PFC-Problematik in Mittelbaden leisten. Wie sieht das konkret aus?
Antwort: Aus bereits bestehenden Biomassen (Stroh, Heu, Grünschnitt, Wein- und Landschaftspflegeschnitt) werden Pellets gepresst, die das Volumen um Faktor 5 verringern und über mehrere Jahre problemlos gelagert werden können. Ich habe im kleinen Rahmen aus Heu- Pellets Pflanzenkohle hergestellt, die dann im Boden das PFC-Gift binden soll, damit ein weiteres Vordringen ins Grundwasser unterbunden wird.

 

4. Wenn Sie den Aufbruch zur erneuerbaren Energie in Frankreich und Deutschland miteinander vergleichen – wo sehen Sie derzeit die größeren Chancen?
Antwort: Frankreich hat nicht nur ein sehr großes Biomasse-Potential und Einstrahlungswerte, die etwa 30 % über denen von Süddeutschland liegen. Aber auch hier bremst die zentrale Energieerzeugung, staatlich subventioniert, die nachhaltige Entwicklung der Erneuerbaren Energien aus. Wie auch in Deutschland gibt es ein hohes Potential für Solarenergie auf bestehenden Dächern, das heißt, es muss nicht unbedingt eine Freilandanlage gebaut werden.

 

5. Was kann jeder von uns tun, wenn er die Energiewende unterstützen möchte? Und was tun Sie selbst dafür?
Antwort: Investieren in Erneuerbare Energie-Erzeugung: Im eigenen Solar-Projekt auf dem Hausdach, der Garage, als Carport und sich beteiligen an Bürger-Solaranlagen, die auf bestehenden Dachflächen installiert werden. Ich habe mein eigenes Haus entsprechend ausgerüstet..

 

6. Was wollen Sie mit Ihrem Vortrag auf dem Zukunftsfestival erreichen?
Antwort: Die Zuhorer sollen erkennen, dass auch in ihrer Region Potentiale ungenutzt bereitstehen, die jedem zur Verfügung stehen. Speziell mit der Pelletierung wird die regionale Herstellung von Pflanzenkohlen (auch als Bodenverbesserer) aus bisher ungenutzten regionalen Reststoffen möglich, daher hoffe ich auf hohe Besucherzahlen, darunter hoffentlich viele Bauern, die uns bei der Umsetzung der PFC-Studie und den nachfolgenden Maßnahmen unterstützen werden.