Dr.Lutz Fähser

Der Leitende Forstdirektor Dr. Lutz Fähser, Leiter des „Bereiches Stadtwald“ der Hansestadt Lübeck ging im Januar 2010 mit Erreichen des 65. Lebensjahres in Pension.


Fähser studierte Forstwissenschaft in Freiburg und München und trat 1971 in die Hessische Staatsforstverwaltung ein, in der er bis 1978 arbeitete, zuletzt im damaligen Forstamt Bad Soden-Salmünster.

In dieser Zeit promovierte er in Freiburg über „Das pragmatische Informationssystem von Betrieben“ mit der Note „summa cum laude“ und dem Wissenschaftspreis der Universität Freiburg 1977. 1978 bis 1980 war Dr. Fähser Dozent für die Bewirtschaftung von Naturwäldern und für Betriebswirtschaft in einem Universitätsprojekt in Curitiba/Brasilien. 1980 bis 1983 leitete Dr. Fähser den Großprivatwald „Sachsenwald“ bei Hamburg. 1984 bis 1986 war er Wissenschaftler im Institut für Weltforstwirtschaft an der damaligen Bundesforschungsanstalt in Hamburg, wo er Leiter der neu gegründeten Abteilung für Ökonomie wurde, die später ein eigenständiges Institut wurde. Von 1986 bis Ende 2009, also 23 Jahre lang, leitete Dr. Fähser das Forstamt der Stadt Lübeck. In dieser Zeit vergrößerte sich die Verwaltungsfläche um 20 % auf heute 5 200 ha. Der Holzvorrat pro Hektar wuchs von 290 m³/Hektar  auf fast 400 m³/Hektar

Über die Grenzen Lübecks hinaus wurde Dr. Fähser bekannt durch das 1994 eingeführte Konzept der „Naturnahen Waldnutzung“. Dieses strebt in den Wirtschaftswäldern u.a. eine hohe Naturnähe an, verfolgt die betrieblichen Ziele mit einem Minimum an Eingriffen und weist auf 10 % der Fläche „Referenzflächen“ als Lernflächen für natürliche Entwicklung aus.

Dieses Konzept wurde Grundlage der ersten ökosozialen Zertifizierung von Forstbetrieben in Deutschland durch „Naturland e.V.“, dessen erstes Zertifikat der Stadtwald Lübeck im Jahr 1997 erhielt, gefolgt 1998 von der internationalen FSC-Zertifizierung. Dieses „Lübeck-Konzept“ erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. von der Europäischen Papierindustrie, von der damaligen Bundesumweltministerin Merkel und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Die Ergebnisse von über 20 wissenschaftlichen Arbeiten deuten darauf hin, dass der Lübecker Stadtwald bis zu seiner völligen Umstellung in 25 Jahren optimal strukturiert sein kann. Das bedeutet hohe naturale Produktivität, geringes Risiko, nachhaltig hoher finanzieller Reinertrag und eine intensive Erholungs- und Erlebnisattraktion.

Parallel zu den beschriebenen Aktivitäten in Deutschland hat Lutz Fähser in rund 30 Ländern an Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit gearbeitet. Nach der Pensionierung im Jahre 2010 setzte er diese Auslandsarbeiten intensiv fort, im Moment besonders in Georgien und Rumänien.
Er unterstützt mehrere Umweltorganisation in Waldaktionen, besonders den BUND und Greenpeace.